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DB-Triebfahrzeuge der Epoche 3 – Dieselloks

Eine Modellübersicht

Von Andreas Iwanowitsch <andreas@modellbahnfrokler.de>

Baureihe

Modell

Verbesserung/Umbauidee

Köf II

Brawa

Der Winzling ist ansprechend geformt und gut detailliert. Nun gibt es eine Neuauflage mit funktionsfähiger Beleuchtung und Normschacht, was der Optik nicht unbedingt zuträglich war; ob das quadratische Loch im Kühlergrill der Neuauflage vorbildgerecht ist, entzieht sich (nicht nur) meiner Kenntnis.


Köf III

Roco (1)

Rocos Köf glänzt durch hervorragende Fahreigenschaften und gibt auch in punkto Optik kaum Anlaß zur Kritik. Freistehende Griffstangen könnten die Optik noch weiter verbessern.


V20

Lima

Es gilt das bei der V36 gesagte, nur daß die Fahreigenschaften wesentlich schlechter sind.


V36

Lima (2)

Besser als ihr Ruf. So viele Teile sind bis jetzt gar nicht abgefallen (nur eine Lampe), die Fahreigenschaften sind ganz ordentlich, die Proportionen stimmen und die Detaillierung ist auch ok. Das Gerücht hält sich hartnäckig, daß Lima die V36 (und die V20) von Weinert abgeformt hat und deshalb Maßstab und Detaillierung so gut sind. Offensichtlich wurde beim Weinert-"Vorbild" das Dach falsch herum montiert, so daß alle Inkarnationen der Lima-V36 ebenfalls das Dach falsch herum tragen.


V36.4

Lenz

Die Nachbauserie unterscheidet sich von der V36.2 durch den längeren Achsstand. Detaillierung und Fahreigenschaften sind ausgezeichnet, es kursiert aber das Gerücht, daß das Fahrgestell und die Aufbauten gegenüber dem Vorbild leicht verschoben sind. So richtig nachgewiesen werden konnte dies aber selbst von V36-Experten bislang nicht.


V60

Roco (1)

Bis auf die falsche Dachfarbgebung (betongrau statt weißaluminium) perfekte Wiedergabe des Vorbilds mit guten Fahreigenschaften. Einige der angesteckten Griffstangen aus Plastik neigen ziemlich zum Durchbiegen. Ersatzgriffstangen rechtzeitig bunkern bzw. durch Draht ersetzen. Problematisch sind die "Rückstellfedern" für die Kupplungen, einfache Bronzeblechchen, die sich, nachdem sie einmal draußen sind (das geht beim Öffnen des Gehäuses zwecks Decodereinbau sehr leicht), nur widerwillig wieder in ihre Position bringen lassen und dabei auch gerne ihre Federwirkung verlieren.

Opt. Verbesserung:
Dach lackieren (weißaluminium).
Bei Ablieferung waren die Haltegriffe an den Rangiertritten cremefarbig gestrichen, die Tritte selbst glänzten im Neuzustand noch silbrig. Mit Pinsel und Farbe läßt sich das in wenigen Minuten nachbessern und sieht großartig aus.
Bei der ersten HU wurden alle Griffstangen purpurrot gestrichen, die auffälligen gelb/schwarzen Streifen an den Stirnseiten wurden nicht mehr angebracht. Eine Maschine mit niedriger Ordnungsnummer ist in diesem für die frühe EpIV typischen Zustand auch mit Epoche-III-Beschriftung vorbildgerecht. Auch diese Variante läßt sich mit vertretbarem Aufwand umsetzen.

Fleischmann

Ein Produkt aus Fleischmanns 1:85-Ära. Vom Maßstab abgesehen kann das fein gravierte Gehäuse zwar noch mit Rocos Modell mithalten, undetailliertes Fahrwerk und angespritzte Griffstangen lassen es aber ziemlich alt aussehen. Und dann ist da noch der Motor, der das komplette Führerhaus ausfüllt...


Märklin

Das Modell ist ganz ordentlich, das Aussehen leidet aber durch die grobmotorikertauglichen Griffstangen.


V65

Roco

Optisch perfekt (von durchbiegenden Griffstangen abgesehen), die Fahreigenschaften sollen nicht gut sein, diesbezüglich gibt es wohl starke Streuungen in der Serie.


Kato

Die V65 gab es auch mal von Kato; vom optischen Eindruck und der Detaillierung gibt es nichts zu kritisieren. Fahreigenschaften - unbekannt.


V80

Roco

Optisch perfekt, ausgezeichnete Fahreigenschaften.


V100.10

Roco (1)

Ein perfektes Modell mit ebenso perfekten Fahreigenschaften. Die Griffstangen am Umlauf sind nur angespritzt, aber so geschickt geformt, daß zumindest bei mir nicht der Wunsch nach freistehenden Griffstangen aufkommt. Auch hier sollte man sich einen Satz Aufstiegstritte als Ersatzteil zurechtlegen, da sie leicht verbiegen.

Opt. Verbesserung:

Lackieren der (als Zurüstteil anzusetzenden) Rangierertritte (Trittflächen silber, Haltegriffe purpurrot), der Haltegriffe an der Führerstandtür und der Abgashutze für den Hilfsdiesel (purpurrot)

Ergänzung Frank Wieduwilt:
Bei der V 100 und noch mehr bei der V 80 sind die Radscheiben in der Seitenansicht sehr gut zu erkennen. Ein Umbau auf Radsätze mit RP25-Profil verbessert das Aussehen der Lok ungemein:


Rocos V 100.10 mit feinen Rädern.
Ein Klick auf das Bild führt zum Umbaubericht. .


Märklin und Fleischmann bieten Pseudo-V100.10 auf Basis ihrer V100.20. Als Spielzeug akzeptabel, als Modell nicht.


V100.20

Märklin

Das Modell ist so alt wie das Vorbild (40 Jahre), macht aber immer noch eine recht gute Figur, sieht man mal von den häßlichen Aufstiegsgriffstangen aus Blech, der Schraube im Dach und dem monströsen Motor im Führerstand ab.

Mit den Griffstangen des Roco-Modells läßt sich ein durchaus ansehnliches Modell bauen, zumal die Lackierung und Bedruckung einwandfrei sind. Nachdem die V100.20 von Roco auf dem Markt ist, lohnt sich die Mühe aber nicht mehr.

Fleischmann

Ebenso alt wie das Modell von Märklin, aber aus Fleischmanns 1:85-Phase. Die Proportionen des Führerhauses wirken im Vergleich zu den Vorbauten nicht so ganz stimmig.


Roco (1)

Auf Basis des Modells der V100.10 konstruiert, überzeugt es durch korrekte Umsetzung aller Unterschiede zu dieser - selbst die größere LüP mit dem etwas längeren Vorbau, auch wenn es bei der Kalkulation geschmerzt haben muß. Bei der Beschriftung stört der viel zu groß geratene DB-Keks, hier hat man sich leider an der Museumslok orientiert. Darüber hinaus hat das Fahrgestell innerhalb des Führerhauses ein großes Loch, das wohl für die Soundversion vorgesehen ist. Durch einen kleinen Schlitz schimmert daher das Gleis durch. Das Loch kann durch ein passend zurechtgeschnitztes Stück Plastik leicht verschlossen werden; dies ist unbedingt zu empfehlen! Ärgerlich, da mit vernünftigem Aufwand nicht spurlos zu beseitigen: Die Antenne für den Zugbahnfunk als Element der späten Epoche IV.

Verschließen des Lochs im Rahmen

Farbliche Nacharbeiten wie bei der V100.10

Neubeschriftung (Gassner)

V160 Vorserie

Roco (2)

Die Lollo gibt es von Roco aktuell in einer späten EpIII-Ausführung, wie sie allenfalls 1967-68 gefahren sein kann. Die Wiedergabe der namensgebenden Rundungen ist recht gut gelungen. Bereits früher gab es ein Modell der Museumslok V160 003, das den für die EpIII charakteristischen beigen Streifen um die obere Lüfter- und Fensterreihe aufweist. Die Fahreigenschaften dieses Modells sind aufgrund der alten Roco-Antriebstechnik allerdings suboptimal.


V160 Serie

Brawa (2)

Ausgezeichnete Fahreigenschaften und eine (fast) perfekte Wiedergabe der typischen kantigen Kopfform der V160-Familie. Leider stört an der Epoche-III-Variante die UIC-Dose und der zugehörige Griff, außerdem sollte das Dach eigentlich nicht umbragrau, sondern im wesentlich helleren Betongrau (vgl. V100, V200) lackiert sein. Update: Anscheinend entspricht die Bauform des Dachs auch mit der Anordnung des Auspuffs der späten Epoche IV, hier ist ein Schalldämpfer dargestellt, den die Maschinen bei der Ablieferung nicht hatten.

UIC-Dose und -Griff entfernen, verschleifen und Gehäuse neu lackieren (purpurrot). Verhältnis von Aufwand und Wirkung sind abschreckend.

Die Lackierung des Dachs in Betongrau läßt sich dagegen leicht bewerkstelligen.

Röwa

Was die Gestaltung der Stirnpartie betrifft, ist die Röwa-216 noch immer das Maß aller Dinge. Das Modell ist schwierig zu zerlegen und hat auf technischer Seite auch sonst so seine Tücken. Meines Wissens hat Röwa die Lok nie in Epoche-III-Beschriftung gebracht, obwohl man die Dachform vor dem Anbau der Schalldämpfer nachgebildet hat. Auch hier müßte man das Dach betongrau umlackieren und darüber hinaus eine neue Beschriftung spendieren, dies sollte relativ leicht zu bewerkstelligen sein.


V200.0

Roco

Auf Basis seines seit Jahrzehnten produzierten Modells der Serien-V200 hat Roco 2004 eine Pseudo-Vorserienlok herausgebracht. Leider macht die Änderung der Frontlichter von oval zu rund und eine Änderung der Dachausrüstung aus einer Serien- noch lange keine Vorserien-V200 (die Vorserien-V200 hat nämlich auch eine schräger stehende Frontpartie). Natürlich hat man auch die falschen Seitenfenster beibehalten.


V200

Roco (2)

Die Fahreigenschaften sind einwandfrei, die Kopfform ist recht gut gelungen, trotzdem will sich der vorbildgetreue Eindruck nicht einstellen. Erklärung: Die seitlichen Führerhausfenster sind viel zu niedrig. Abhilfe kann durch Einbau der Märklin-Fenster geschaffen werden.

Seitliche Führerstandsfenster von Märklins V200 einbauen (Umbau nach Alfred Fordon)

Märklin/Trix

hat seit kurzem eine Neuauflage mit perfekter Formgebung auf dem Markt. Die Fahreigenschaften sind allerdings nicht so gut wie bei der Roco-Lok, und der Preis ist ziemlich happig.


V200.1

Märklin/Trix (2)

Vor der V200.0 hatte man im Hause Märklin schon ein sehr schönes Modell der V200.1 entwickelt. Es stört eigentlich nur die etwas primitive Schürze, die man aber mit ein paar Schläuchen aufpeppen könnte. Die Fahreigenschaften sind (vor allem bezüglich der jaulenden Geräuschkulisse) schlecht, lassen sich durch Umbau auf Faulhaber aber deutlich verbessern.

Faulhaberisierung (SB), Aufrüsten der Pufferbohle

Fleischmann

Ein Relikt aus der 1:85-Ära, leider als Altlast immer noch im Programm.


V320

Brawa (1)

Der Einzelgänger V320 001 ist Kult, nicht zuletzt, weil man ihn auch heute noch als Wiebe V320 vor Bauzügen beobachten kann. Brawas Modell gibt das Vorbild perfekt wieder, die Fahreigenschaften geben ebenfalls keinen Anlaß zur Kritik.



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Zuletzt bearbeitet am 14. September 2007   Technische Probleme? Mail an Webmaster