| Modellbahnfrokler >> | Kritik >> | O-Wagen der DSB | Kontakt | Sitemap |
|---|
Von Erik Meltzer <ermel@modellbahnfrokler.de>
Bild 1: Der PB von Hobbytrade. Zum Vergrößern aufs Bild klicken
In einer Zeit, in der es fast alles zu kaufen gibt, was die DB in Epoche 3 an Güterwagen so hatte, sind sie umso wichtiger: Modelle ausländischer Wagenbauarten, und hier natürlich ganz besonders diejenigen, die sich im EUROP-Park befanden. Denn die wurden ja bekanntlich von den beteiligten Bahnverwaltungen, also auch der DB, wie eigene Wagen eingesetzt und können deswegen jeden Zug vorteilhaft auflockern, ohne daß man sich gleich wieder ausländische Versand- oder Empfangsbahnhöfe aus den Fingern saugen muß.
Ein, um das Fazit vorwegzunehmen, gelungenes Modell eines dänischen EUROP-O-Wagens erreichte mich dieser Tage vom dänischen Hersteller Hobbytrade.
Bild 2: Ein PB mit Blechwänden beim Vorbild. Foto: Wolf Hartmut Schudt. Zum Vergrößern aufs Bild klicken
Zum Vorbild kann ich nicht viel sagen, außer daß es diese Wagen auch mit Blech-Bordwänden gab (siehe Bild 2). Insbesondere muß ich die Überprüfung der Abmessungen schuldig bleiben, glaube aber schon, daß das passen dürfte -- stimmig wirken tut's jedenfalls. Das Fahrzeug entspricht in Abmessungen und Ladegewicht in etwa einem deutschen Om-Wagen, hat aber einen längeren Achsstand und niedrigere Bordwände als ein solcher.
Die Modell-Umsetzung zeigt sich als überdurchschnittlich: filigrane Achshalter aus Kunststoff, eingesetzte Bremsbacken in Radebene mit Verbindungsstangen und Bremsdreiecken, sogar eine Verbindungswelle zwischen den Bremsumstellhebeln beider Wagenseiten und ein einzeln angesetzter Handbremshebel (auf Bild 1 über dem rechten Radsatz zu erkennen). Am Aufbau beeindruckt der einzige Rangierergriff ebenso mit seiner Filigranität wie die Kniehebelwellen und ihre Verschlüsse. Die Bretterfugen sind indes ein wenig grob ausgefallen. Als Zurüstteile liegen noch Bremsschläuche bei; Kupplungshaken sind bereits werkseitig vorhanden. Die Kurzkupplungskinematik samt NEM-Schächten funktioniert gut, die montierten Bügelkupplungsköpfe hingegen sind im Müll am besten aufgehoben.
Farbgebung und Beschriftung sind ausgezeichnet gelungen, bemerkenswert sind hier vor allem die richtig um die Wagenecken herumgezogenen Bremsecken und die 32-Tonnen-Ringfederpuffer-Zeichen auf den Pufferhülsen. Daß Achshalter und Bremsbacken aus dem sonst schön matten Wagen unangenehm herausglänzen, sollte nach der obligatorischen Alterung gegenstandslos sein. Schön ist auch der etwas heller abgesetzte Wagenboden; die leicht profilierten Wagenkasten-Innenwände sind hingegen im selben Farbton wie außen gehalten.
Ein schönes und brauchbares Modell, das mit einem Straßenpreis von um die 23 Euro auch nicht zu teuer erscheint, wenn man die angesichts von Vorbild und Hersteller notwenigerweise kleineren Serien bedenkt. Ganz klar: Empfehlenswert!
Bei Godsvogne.dk gibt es eine ausführlichere Besprechung des PB sowohl von Hobbytrade als auch von Heljan. Wer des Dänischen nicht so mächtig ist, der mag Tante Google um eine Übersetzung bemühen -- die wird zwar etwas holprig, aber man kann verstehen, worum es geht. Fazit: Das Hobbytrade-Modell ist tendenziell besser, aber die Pufferbohlen sollten in Wagenfarbe sein wie bei Heljan, und auch die Bretterfugen haben sie bei Heljan schmaler hingekriegt.
Vielen Dank an Lars-Christian Uhlig für den Link!
... habe ich beim Kauf dieses Wagens wieder mal gemerkt, was einen richtig guten Modellbahn-Händler ausmacht. Auf meine Frage "Ich hab da auf'm Fremotreffen so niedliche kleine dänische EUROP-O-Wagen gesehen, weiß aber den Hersteller nicht -- hast Du 'ne Idee?" bekam ich nämlich nicht, wie anderenorts üblich, einen verständnislosen Blick oder mit viel Glück einen Stapel Prospekte zum Raussuchen, sondern, wenn auch nach mehrminütiger Suche ("Wo hatte ich die noch gleich? Irgendwo hier in den Schubladen waren sie neulich noch!"), direkt das gesuchte Modell auf den Tresen gelegt. So soll es sein!
Der Händler, bei dem mir solches (auch nicht zum ersten Mal) widerfuhr, heißt Train & Play und residiert in Hannover unweit des Aegi. Es mag ja nicht viele Gründe geben, nach Hannover zu fahren -- aber wenn, dann sei ein Besuch dort unbedingt angeraten!
| Modellbahnfrokler >> | Kritik >> | O-Wagen der DSB | Kontakt | Sitemap |
|---|
| Fragen an den Autor? Mail an Erik | ||
|---|---|---|
| Zuletzt bearbeitet am 26. September 2008 | Technische Probleme? Mail an Webmaster | |